51. Spielzeit | 2017/2018
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Grußwort des Theaterleiters
Christian Kreppel am 01. August 2017
Liebe Theater- und Konzertfreunde!

Mit einer bewusst ausgewogenen Mischung aus Tradition und Innovation, aus inhaltlicher Forderung und gekonnter Unterhaltung im elektrisierenden Spannungsfeld von Ratio und unverzichtbarer Emotio, lade ich Sie sehr herzlich zu den ersten Monaten der 51. Spielzeit des unter Denkmalschutz stehenden Hauses am Châteaudun-Park ein. Sie ist bereits meine 12. Saison, die ich für dieses mitten im Leben und in der Gesellschaft stehende Gastspielhaus planen darf.

Das Wiener Theater in der Josefstadt zähle ich dankbar zu einem der zahlreichen hochkarätigen Partner, die seit Jahrzehnten ihren Weg regelmäßig nach Unterfranken in die Industrie- und Kulturstadt Schweinfurt finden, um einem wachen, interessierten, aufgeschlossenen und anspruchsvollen Publikum immer aufs Neue Theatererlebnisse zu präsentieren. Mit der Tourneepremiere einer bereits in Wien und Berlin gefeierten wie umjubelten Hommage an Billie Holiday heben wir voller Vorfreude erneut den Vorhang zu einer Saison, die mit mehr als 100 Programmpunkten aller Genres mit 170 Vorstellungen Theatergänger aus der Stadt, der Region und, ja, auch aus den Metropolregionen in unser Haus locken will. Die fantastische Sona MacDonald spielt Billie Holiday und begeistert das Publikum. Kein Wunder, dass sie für ihre Darstellung 2016 erneut mit dem angesehenen österreichischen Theaterpreis »Nestroy« ausgezeichnet wurde.

Eine weitere Tourneepremiere bringt ein besonders hochkarätiges Darstellerteam auf unsere Bühne. In der Berliner Uraufführungs-Inszenierung von Ronald Harwoods »Entartete Kunst – Der Fall Cornelius Gurlitt« spielen Udo Samel, Boris Aljinovic, Anika Mauer und Ralph Morgenstern. Nicht unerwähnt lassen möchte ich Helmut Zierl, der in Millers »Tod eines Handlungsreisenden« die Titelrolle gibt, Luc Feit in Taboris »Requiem für einen Spion« und Tom Gerhardt in »Dinner für Spinner«.

Unsere dritte Premiere in dem bevorstehenden Theaterherbst erleben die Tanzfreunde beim Schweinfurt-Debüt der Dance Factory aus dem südafrikanischen Johannesburg. Dada Masilo, Shootingstar der südafrikanischen Tanzszene, zeigt einen ganz anderen »Schwanensee«. Mit Talent, Humor und hervorragenden Tänzern entsteht eine hinreißende Dekonstruktion des europäischen Ballettklassikers – weiße Tutus, schwanenhafte Grazie und romantische Liebesgeschichte inbegriffen. Publikum und Presse sind weltweit begeistert. Zu erwarten ist ein innovativer Hochgenuss für Tanz-Liebhaber. Ein wichtiges Anliegen sind mir alle zwei Jahre die Schweinfurter Puppenspieltage, die schon seit sagenhaften 44 Jahren und nun zum 27. Mal stattfinden. In acht Stücken mit dreizehn Vorstellungen auf der Studiobühne sprechen wir alle Altersklassen von jung bis alt an. Der Bogen reicht von Astrid Lindgren und Sven Nordqvist bis zu Christopher Marlowe, Fitzgerald Kusz und Heinrich von Kleist. Wie gewohnt stehen auf der Bühne gute alte Bekannte ebenso wie neue Gesichter und machen diese Woche sicher wieder einmal zu einem ganz besonderen Ereignis.

Besonders die Schulen möchte ich auf die Produktion »My Sister Syria« ansprechen, die wir in drei Vorstellungen in englischer und arabischer Sprache zeigen. Mit diesem Stück, das sich den Themen Immigration und Terrorismus widmet, soll die Vielschichtigkeit Syriens und des Islams erfahrbar werden. Moderne syrische und nahöstliche Musik wie politischer Rap und Sufi- oder Tanzrhythmen führen die Hauptfigur nach Syrien und begleiten eine erbarmungslose Reise nach Europa – mit korrupten Menschenschmugglern in lebensgefährlichen, hochseeuntauglichen Booten über das Mittelmeer und in versiegelten LKWs bis nach München. – In französischer Sprache zeigen wir »Notre Dame de Paris« nach der Romanvorlage von Victor Hugo.

Wer Georg Ringsgwandl liebt, darf sich »Der varreckte Hof« (Münchner Lustspielhaus) nicht engehen lassen. Und die zahlreichen Fans von Marc-Uwe Klings »Känguru-Chroniken« sollten sich die gekonnte Bühnenfassung aus Hamburg fest im Kalender notieren.

Für die Liebhaber großer Symphonik stehen Anton Bruckner, Gustav Mahler und Olivier Messiaen auf dem Programm. Freunde von Percus- sion können sich auf das Wiedersehen mit Martin Grubinger freuen. Einen berauschenden Dialog zwischen musikalischen Welten bietet »Avital meets Avital«. Hier trifft Kammermusik in wunderbarster Weise auf Jazz. Ich bin glücklich, daß die Kammeroper München wieder mit einem anspruchsvollen Konzertprojekt vertreten ist und sich dabei Gustav Mahler widmet. Es singt die Mezzospranistin Idunnu Münch, Michael Brandner wird rezitieren. Ich lege allen Konzertfreunden besonders die beiden letzten Abende ans Herz

Am Ende meiner Ihre Neugier wecken wollenden Ausführungen kurz eine Information zur anstehenden Sanierung des Theaters in den Bereichen Bühne, Haustechnik und Dach: Wir erwarten Ende des Sommers die Ergebnisse einer zweiten Machbarkeitsstudie, jetzt zum Thema Haustechnik. Das ganze Thema wird dann in den Haushaltsberatungen im November vorgelegt. Hier und jetzt freuen wir uns aber auf den Sommer, um dann erholt und voller Energie wieder für Sie, sehr geehrte Theater- und Konzertfreunde, da sein zu können.

Mit herzlichen Grüßen und besten Wünschen!

Ihr Christian Kreppel | Theaterdirektor
am 01. August 2017